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Biographie St. Leodegar

Es ist nicht ganz einfach, über Heilige und ihre Bedeutung zu schreiben. Und doch möchte man einem bekannten Heiligen, seinem Leben, seinem Wirken und seinen Talenten so nahe als möglich kommen, um zu erfahren, was denn diese Person „heilig“ macht.

Wer war der heilige Leodegar?

St. Leodegar wurde um 616 im Frankenreich geboren. Seine Familie gehörte zum hohen Adel und zu den Vornehmen des Landes. Nach alter germanischer Sitte erhielt er einen Namen, der wie ein Leitwort klingen sollte: „Leude-gar“, „Ger“ der „Leuden“, also: „der Speer der Leute, Speer des Volkes“.
Als 10-Jähriger kam Leodegar 626 an den Königshof zum Pagendienst. Das entsprach ganz der Sitte seines Standes als Edelknabe. Dieser Dienst beim König war die erste Stufe auf dem Weg zu hohen Ämtern. Der Königshof musste damals für Leodegar faszinierend gewesen sein, da insbesondere die Franken für feine Kleider und Goldschmuck eine besondere Vorliebe hatten.
Nach drei Jahren am Hof wurde Leodegar von seinem Onkel Dido nach Poitiers geholt. Dieser war für seine weiter Erziehung und Ausbildung bestens geeignet. Er war nämlich Bischof jener Stadt. So ist es nicht verwunderlich, dass Leodegar bereits nach einigen Jahren von ihm zum Diakon und als Zwanzigjähriger (636) zum bischöflichen Diakon geweiht wurde.
Als solcher hatte er die weltlichen Geschäfte des Bistums zu verwalten. In diesen Jahren half Leodegar zusammen mit seinem Onkel den Menschen tatkräftig und grosszügig aus eigenen Mitteln, das Elend zu mildern.

Der Bischof von Autun

Mit etwa 37 Jahren wurde er Abt im Kloster St. Maixent in Poitiers und einige Jahre später (659 oder 663) Bischof von Autun. Ein solches Wachsen im Amt war für die damalige Zeit nicht selbstverständlich. Würdenträger, einflussreiche Persönlichkeiten und sogar Könige wurden in jener Zeit beinahe nach Belieben ermordet. Sicher hatte Leodegar Einfluss bis an den Königshof; er war sogar dessen Vertrauensmann. Mit viel gutem Willen ging Leodegar in Autun an sein Werk. Er begann, Kirchen, Häusern und Gassen seiner Bischofsstadt mit neuem Glanz zu schmücken. Er kümmerte sich fürsorglich für die Armen und gab ihnen Speise und Trank.
Leodegar war wahrscheinlich in vielen Belangen ein vortrefflicher Bischof mit einem grossen Herz, musste aber zu seiner Zeit auch Staatsmann und Politiker sein. Das kirchliche wie das weltliche Amt nahm er sehr ernst. Der Versuch in einem der vielen Thronstreite zu vermitteln und sein Einsatz für Reformen und Sitten, brachte ihm 674 die Verbannung in ein Kloster bei Luxeuil ein. Gegen diese Ungerechtigkeit wehrte er sich nicht. Die Zeit arbeitete für ihn. Infolge eines Königsmordes kehrte Leodegar bald wieder zurück nach Autun. Die Thronwirren am Königshof aber setzten das ganze Land in Aufruhr und ein Bürgerkrieg brach aus. So kam es, dass auch Autun in grosse Bedrängnis geriet. Feindliche Heere belagerten die Stadt.

Martyrium

Als Leodegar erkannte, welches Unheil auf seine Stadt zukam, verteilte er seine Reichtümer unter den Armen, Kirchen und Klöstern. Er übergab sich seinen Feinden, um seine Bischofsstadt und dessen Bewohner zu schonen. Leodegar erduldete das grausame Martyrium seiner Gegner, welche ihn mit einem Bohrer die Augen ausstachen und die Zunge herausrissen. Er gab die gewünschten Geheimnisse nicht preis und verriet auch seine Gefolgsleute nicht. Leodegar wurde gefangen gehalten und schliesslich in die Normandie verschleppt. Um 679 enthauptete man ihn in den ersten Oktobertagen in Sarcing (heute St. Léger im Pas de Calais). Sankt Leodegars Gebeine ruhen nun in Poitiers; Reliquien befinden sich zudem in Ebreuil.
Jedes Jahr am 2. Oktober feiern wir das Patrozinium unserer Pfarrkirche und pflegen somit das Andenken an den besonderen Menschen und Heiligen.

Reliquien des Heiligen befinden sich eingegraben in einer Bodenplatte im Chor unserer Pfarrkirche. Darüber steht der Altartisch. Bischof Denis Theurillat hat sie dort anlässlich der Kirchweihe vom Sonntag, den 9. Januar 2005, unter einer Marmorentarsie eingemauert.

Auf der Gedenktafel steht:

St. Leodegar 616-678,

Bischof von Autun.

Burgundischer Staatsmann und Friedensstifter

Gerechter Richter und Freund der Armen.

Als Opfer von Intrigen

für seinen Glauben geblendet und ermordet.

Gedenktag: 3. Oktober